Großbrand in der Lauterbacher Altstadt: Mehrere Fachwerkhäuser zerstört
Lauterbach. In der Lauterbacher Altstadt ist es am Mittwochabend zu einem schweren Großbrand gekommen. Das Feuer brach nach ersten Erkenntnissen im Bereich eines Wohn- und Geschäftsgebäudes nahe des Restaurants Agbaba aus und breitete sich innerhalb weniger Minuten auf mehrere angrenzende Fachwerkhäuser aus. Aufgrund der engen historischen Bebauung entwickelte sich der Brand rasch zu einem Einsatz der höchsten Alarmstufe.
Gegen 17:29 Uhr erfolgte die Alarmierung der Feuerwehr. Bereits zu diesem Zeitpunkt schlugen Flammen aus Fenstern und Dachbereichen des betroffenen Gebäudes. Dichter Rauch war weit über die Stadt hinaus sichtbar. Die Hitzeentwicklung und die baulichen Gegebenheiten der Altstadt führten dazu, dass das Feuer auf weitere Gebäude im Bereich des Grabens übergriff.
Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Kräfte aus Lauterbach, Alsfeld, Schlitz und weiteren umliegenden Kommunen waren im Einsatz. Mehrere Drehleitern und ein Teleskopmast kamen zum Einsatz, um die Flammen im Dachbereich zu bekämpfen. Die Löschmaßnahmen gestalteten sich schwierig, da die Fachwerkstrukturen das Feuer begünstigten und die enge Straßenführung die Arbeit der Einsatzkräfte behinderte. Die Feuerwehr setzte sowohl Innen- als auch Außenangriffe ein, musste jedoch aufgrund der Einsturzgefahr Teile des Innenangriffs zeitweise einstellen.
Während der Hauptphase des Brandes kam es zu mehreren Durchzündungen im Dachstuhl. Funkenflug gefährdete weitere Gebäude, die durch Riegelstellungen und Kühlmaßnahmen geschützt wurden. Die Wasserversorgung wurde über lange Wegstrecken sichergestellt. Polizei und Rettungsdienst waren durchgehend vor Ort, sicherten den Bereich und betreuten Anwohner.
Mehrere Gebäude wurden durch das Feuer schwer beschädigt oder vollständig unbewohnbar. Teile der Dachstühle stürzten ein, Innenräume brannten vollständig aus. Die historische Bausubstanz der Altstadt erlitt erhebliche Schäden. Mehrere Personen erlitten leichte Rauchgasvergiftungen, schwerere Verletzungen wurden nicht gemeldet. Anwohner wurden aus den betroffenen Gebäuden evakuiert.
Die Feuerwehr war über viele Stunden im Einsatz. Auch in den folgenden Tagen waren umfangreiche Nachlöscharbeiten erforderlich. Glutnester in den Fachwerkstrukturen mussten wiederholt geöffnet und abgelöscht werden. Wärmebildkameras kamen kontinuierlich zum Einsatz, um versteckte Brandherde zu lokalisieren. Teile der Altstadt blieben über Tage abgesperrt.
Die Brandursache ist Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung liegen derzeit nicht vor; die Ermittler prüfen verschiedene technische und bauliche Szenarien.
Der Einsatz gilt als einer der schwersten Brände der vergangenen Jahre in der Lauterbacher Altstadt. Die Schadenshöhe ist noch nicht beziffert.